English | Polski

Gesù vi chiama a cantare a cantare per Lui Si direbbe che Gesù ha bisogno delle vostre voci e che le gradisce moltissimo
Papa Paolo VI, 1967

Congress Granada 2012

Letters

from Robert Tyrała

Karfreitag – Tag der Einheit der Kirche Christi

2009-04-10

Eine mutige Glaubensverkündung nach dem Beispiel des hl. Paulus
Karfreitag – Tag der Einheit der Kirche Christi
6. Brief vor dem 35. Internationalen Kongress in Stockholm
Krakau-Rom, 10. April 2009

Heute - an diesem besonderen Tag, da die ganze Kirche den Atem anhält, da die Orgel schweigt, am Tag des Todes Jesu Christi am Kreuz - verbinden wir uns in besonderer Liebe mit unseren Brüdern im Glauben der christlichen Kirche. Dieser Tag möge im Hintergrund unseres ökumenischen Gebets in Stockholm, auf das wir uns vorbereiten, zu einem großen Ruf werden: Bewirke, Herr, dass wir eins sind (vgl. Joh 17, 21); möge uns niemals an Mut fehlen in diesem Dialog, damit wir uns zu Dir, dem wahren und einzigen Sohn bekennen! Lass uns zu Werkzeugen deines Friedens werden! Der Karfreitag ist der einzige Tag im ganzen Jahr, an dem die Kirche keine Eucharistie feiert. Das ist ein Tag der besonderen Stille! Das ist ein Tag der besonderen Reflexion und des Wiederfindens des Lebenssinnes für einen jeden und eine jede von uns. Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat (Joh 3, 16), damit er die Welt ERLÖST. Der Karfreitag wird als ein Feiertag auch durch die protestantischen Kirchen und Gemeinschaften begangen. An diesem Tag finden feierliche Gottesdienste statt, während deren Lieder gesungen, Fragmente der Heiligen Schrift gelesen werden und sowie des Leidens und des Martertodes Jesu am Kreuz gedacht wird. Der Karfreitag ist das wichtigste Fest in der protestantischen Frömmigkeit. In der Karfreitagsliturgie hat die Beichte sowie die Kommunion eine besondere Bedeutung, nach der Predigt werden im geistigen Dialog so genannten Improperia gesungen. Für Lutheraner ist der Karfreitag die Quintessenz des Lebensgeheimnisses sowie der Kreuztheologie (theologia crucis), die für diese Kirche entscheidende Bedeutung hat und immer zusammen mit dem fröhlichen Osterereignis betrachtet wird. In der Tradition der orthodoxen Kirche nimmt der Karfreitag eine besondere Stellung in der Karwoche ein. Nach Typikon (dem Buch, das die Anweisungen zur Durchführung der Gottesdienste enthält) setzt dieser Tag am Donnerstagabend mit feierlichen Laudes ein, während deren zwölf Fragmente aus dem Evangelium gelesen werden, die die Ereignisse vom letzen Abendmahl bis hin zum Begräbnis Christi beschreiben. Während dieses Gottesdienstes stehen die Gläubigen, eine Weihkerze in der Hand, vor dem Evangelium und vor Golgota, d.i. vor einem großen Kreuz mit der Darstellung des Gekreuzigten, der Gottesmutter und Johannes, des Jüngers. Am Karfreitag wird keine heilige Liturgie (Eucharistie) gefeiert, denn es ist ein Tag, an dem sich Gott selbst aufopfert. Am Tag darauf werden Königliche Stunden (Prim, Terz, Sext, Non) von Cyrillus von Alexandria gebetet, während deren in besonderer Weise der Kreuzigung und des Todes Christi gedacht wird. Es werden dann auch Fragmente aus dem Alten Testament gelesen. Am Karfreitagabend bzw. in der Nacht zum Samstag wird der Morgengottesdienst des Karsamstags gehalten, während dessen eine feierliche Prozession stattfindet, Epitaphios (plaschtschanica) genannt. Sie steht für die Grablegung Christi. Dieser Tag – des Leidens und Sterbens Jesu Christi – ist für alle Christen ein besonderer Tag. Möge dieser Tag unser besonderer Tag des Gebets und des Fastens sein für unsere ganze Familie Pueri Cantores, gerade mit der Intention der Einheit aller Christen. Dieser Tag ist also ein besonderer Tag der Einheit, ein besonderer Tag des Gebets um die Einheit. Dem Christi am Kreuz gegenüber sind alle Unterschiede null und nichtig, und auf uns ist sein Vermächtnis vom Kreuz zu beziehen: Siehe, deine Mutter, … Siehe, dein Sohn (Joh 19, 27). Dieses Gebet um die Einheit hat darüber hinaus eine spezielle Dimension wegen des Schutzpatrons des Jahres, des hl. Paulus, des Völkerapostels. Er möge auch heute in diesem Gebet um die Einheit aller Christen unser besonderer Führer und Vermittler sein. Als Saulus versuchte er vor seiner Bekehrung die Kirche zu vernichten, drang in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und lieferte sie ins Gefängnis ein – wie wir in der Apostelgeschichte lesen (Apg 8, 3). Auf der Reise nach Damaskus, die eine weitere Verfolgung der Jünger Christi zum Ziel hatte, begegnete ihm der Auferstandene Herr, der sich ihm mit folgenden Worten vorstellte: Ich bin Jesus, den du verfolgst (Apg 9,5). Nach diesem Ereignis fing Saulus an, an Jesus zu glauben und ließ sich taufen (Apg 9,18). Nachdem er die Gnade der Bekehrung sowie der apostolischen Berufung erfahren hatte, verwandelte sich sein Leben – aus einem Verfolger der Christen wurde er zum eifrigen Verkünder des Evangeliums und des Kreuzes Christi, das denen, die verloren gehen, Torheit ist; uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft (1 Kor 1,18) Die Begegnung mit dem Auferstandenen war ein Wendepunkt seines Lebens. Infolge dieser Begegnung nahm er die Taufe und die Gabe des Heiligen Geistes in der Gemeinschaft der Kirche auf. Die erhaltenen Gaben wurden seine geistige Kraft, die ihn dazu befähigte, sofort aufzubrechen, um die gute Nachricht über Jesus, den einzigen Erlöser des Menschen zu verkünden (vgl. Gal 1, 15n.). Er hat auf die Aufforderung Jesu, die er an die Jünger gerichtet hatte, mutig geantwortet: Geht hinaus in die Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! (Mk 16,15). Mehr noch – er war der Ansicht, dass er diese Erfahrung nicht für sich alleine behalten darf, er gestand: Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde! (1 Kor 9, 16). Die Bekehrung wurde für ihn Gnade, die gegeben und aufgegeben wurde um der anderen und der Gemeinschaft der Kirche willen. Er wusste, dass jener, der sich bekehrte, die erhaltene Gabe des neuen Lebens mit anderen teilen soll. Er verkündete, dass der Gekreuzigte und Auferstandene der Herr ist (vgl. Röm 10, 9). Paulus verkündete den Sinn des Kreuzes, aber er lehrt auch heute, dass Jesus der Herr ist. Am Karfreitag, in der Liturgie des Leidens des Herrn, bekennen wir: Dein Kreuz, o Herr, verehren wir, und deine heilige Auferstehung preisen und rühmen wir: Denn siehe, durch das Holz des Kreuzes kam Freude in alle Welt (Stundengebet). Unser heutiges Gebet möge die Verkündung – auch durch die Musik sein, dass Jesus der Herr ist und dass wir an Ihn glauben! Wir sind gesandt, um diese Wahrheit den anderen zu vermitteln. Behalten wir diese Gnade nicht für uns alleine. Sie befähigt uns zur Zeugnisablegung. Wir werden stark, sind zum Dialog der Liebe bereit, auch zum ökumenischen Dialog – durch die Kraft, die wir vom Geist erhalten haben. Vergeuden wir diese Chance, die Gott uns heute gegeben hat, nicht. Er geht unter uns mit seiner Gnade. Wir berühren seine große Liebe, zum wiederholten Mal in unserem Leben. Bitten wir also inständig: Bewirke, Herr, dass wir eins werden…

Dr. Robert Tyrała
Geistlicher Assistent der Internationalen Föderation Pueri Cantores

Back to all letters

Foederatio Internationalis Pueri Cantores on PicasaWeb Foederatio Internationalis Pueri Cantores on YouTube Foederatio Internationalis Pueri Cantores on Facebook Find FIPC
on Internet

Members area login
Login:
Password:
2009 © Foederatio Internationalis Pueri Cantores Created by impulsivo.pl