The world needs your singing, for the language of beauty moves hearts and contributes to the encounter with God.
Bujumbura – Bukavu – Krakau
22. – 29. September 2010
Fest der Hl. Erzengel Michael, Gabriel und Raphael
Liebe Familie der Pueri Cantores,
Heute, am Fest der Hl. Erzengel Michael, Gabriel und Raphael, geht mein Aufenthalt in Afrika zu Ende. Ich schreibe euch diesen Brief, da mein Herz voll ist von neuer Begeisterung und neuer Hoffnung. Während dieser letzten Tage hatte ich Gelegenheit, ‘Christi Bild’ zu berühren, das Bild des lebendigen Gottes, der in der Kirche Afrikas lebt. Dieser Kontinent, von der Sonne verbrannt und von inneren Schwierigkeiten geknebelt, ist das Land lebendigen Glaubens. Und die Kirche Afrikas ist wie ein Herz und eine Seele. Ich habe das selber erfahren.
Erlaubt mir, euch einige Beobachtungen meines Afrika-Aufenthaltes zu schildern, die mir für uns alle wichtig scheinen, wo auch immer wir leben und was auch immer wir tun. Denn wir sind – wie uns Johannes Paul II. nannte – überall die Hüter und die Boten der Schönheit.
Für den internationalen Verband der Pueri Cantores ist Afrika ein sehr wichtiger Ort auf der Welt. Schon seit einiger Zeit hat die Idee des Freidens dort Fuss gefasst, wie auch die Vorstellungen christlicher Werte und die gute geistliche Musik. Und es sind eben die Verbände der Pueri Cantores in Burundi, in Gabun, in Rwanda und in der Dem. Republik Congo, die diese Ideen weitergeben. Ich bin der Meinung, dass die Idee der Pueri Cantores sich auch auf weitere Länder Afrikas ausdehnen sollte. Dies ist unser Auftrag, und wir können uns nicht isolieren, sondern sollen mit den anderen teilen, was wir haben. Als Glaubende können sich die Pueri Cantores wohl der Welt zeigen und sie haben genug Kraft, auch zu helfen. Die Pueri Cantores Afrikas sind dieselben wie in Amerika, in Europa oder in Asien. Alle gehören zur selben Familie, es sind unsere Brüder und Schwestern, welche Hilfe brauchen und welche die Einheit mit uns nötig haben.. Sie brauchen auch unser Gebet. Innerhalb einer Familie ist gegenseitige Hilfe eine Selbstverständlichkeit. Also müssen wir konkrete Massnahmen ergreifen, um unseren Familienmitgliedern in Afrika zu helfen. Vielleicht nehmen einige Chöre aus Europa oder Amerika Beziehungen zu afrikanischen Chören auf und knüpfen Bande der Freundschaft. Mir scheint diese Idee, die mir Elternvertreter und Chorleiter vorgeschlagen haben, sehr gut. Ich bitte euch, an einem solchen Projekt mitzumachen. Die Chöre Afrikas haben tatsächlich Hilfe nötig. Dabei handelt es sich nicht einmal so sehr um materielle Hilfe, sondern eher um den Aufbau von freundschaftlichen Beziehungen. Ich möchte, dass sich unser Engagement in Werken der Nächstenliebe manifestiert.
Meine Begegnung mit Afrika war für mich ein unvergessliches Erlebnis und hat mich sehr beeindruckt. Die Menschen dort sind materiell sehr arm, aber sie sind reich in ihrer Seele. Die Konzerte, die Liturgie des Chortreffens in Bukavu, in Goma, die Begegnungen in Uvira und in Bujumbura haben mir den wahren Reichtum der Puer Cantores Afrikas gezeigt. Die aufgeführten gemeinsamen Tänze zur Musik haben mich sehr berührt durch ihren Ernst. Dieser Reichtum wird nicht in einem Dollar-oder Euro-Betrag auf einem Konto verrechnet, sondern er kommt von Herzen. Und genau das ist es, was uns unsere afrikanischen Brüder und Schwestern lehren können. Sie geben uns zudem eine Botschaft der Liebe mit : einen speziellen Brief, der von all dem spricht, was ihnen am Wichtigsten ist – und uns auch ! Sie reden von der Ernsthaftigkeit und der Authentizität in unserem täglichen Leben – in unserem Gesang, in unserem Gebet wärend der Liturgie. Dies ist eine wichtige Lektion, die ich erhalten habe, und die ich mit euch teilen möchte : wir sollen über diese Authentizität in unseren Chören und in unserem Leben nachdenken.
Was mich ebenfalls während meines Aufenthaltes in Afrika sehr berührt hat, ist die Situation dieser Länder : sichtbare Differenzen zwischen den Stämmen, den ethischen Gruppen, zwischen den Staaten, das Land gespalten durch Konflikte und Kriege. Hier ertönt den Schrei nach Frieden, der in der Welt gehört werden muss ! Jeder Mensch hat ein Recht auf Frieden, auf Respekt für seine Tätigkeit und seine Berufung. Die Pueri Cantores Afrikas bemühen sich um den Frieden wie überall auf der Welt, sie leben ihn und beten um ihn. Auch wir müssen uns darum bemühen, wir können ihn nicht vergessen in unserem täglichen Leben. Und unsere Berufung ‘Morgen werden alle Kinder dieser Welt singend den Frieden Gottes verkünden’ ist immer noch aktuell. Die Echtheit dieser Berufung misst sich an der Liebe, die wir anderen erweisen. Bleiben wir also unserer Berufung treu, denn die Welt hat nach wie vor unseren Auftrag, den Frieden zu verkünden, nötig.
Ich bin bei euch im Gebet und grüsse euch herzlich