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Voi siete nella Chiesa ciò che l’Alleluia è nella liturgia: una letizia sempre nuova.
Papa Paolo VI, 1964

Congress Granada 2012

Letters

from Robert Tyrała

30. Jahrestag des Attentats auf Johannes Paul II

2011-05-21

                                                                                                          Rom-Krakau, 13. Mai 2011
                                                                       30. Jahrestag des Attentats auf Johannes Paul II.
 
Liebe Pueri Cantores,
 
            Am 1. Mai 2011 sprach der Heilige Vater Benedikt XVI. seinen Vorgänger, den großen Freund der Pueri Cantores, Papst  Johannes Paul II. selig. Fortan können wir schon offiziell um seine Fürbitte beten und ihn selbst selig nennen. An diesem Fest habe ich zusammen mit  Josep Ma Torrents im Namen unserer Familie teilgenommen.
Wer war er für uns? Wer ist der selige Johannes Paul II.? Wir alle sind uns dessen bewusst, dass es uns nicht so leicht fällt, diese Fragen zu beantworten, denn jeder hat sein individuelles Gefühl und seine eigene Perspektive. Denn außer den offiziellen Treffen der Pueri Cantores mit diesem Papst im Rahmen der Kongresse, die in Rom stattfanden, hat jeder seine Erinnerungen an private Begegnungen mit dem Seligen und seine im Herzen aufgehobenen Erfahrungen, seine individuelle - aber so wichtig für das Leben - Gedanken, Botschaften oder nur flüchtige Treffen mit ihm. Sicher ist aber, dass wir einen Heiligen persönlich gekannt haben, wir haben seine Liebe bis zum Ende erfahren, wir haben seine Freude gesehen, seine Sorge um einen jeden Menschen, seine Weisheit und die Fülle der Gottes Gnade. In ihm – wie in einer Ikone – ist uns Gott selbst begegnet. Er ist uns gegeben worden, um uns an Gott zu erinnern. Er wurde zu Gottes besonderem Boten. Das von ihm verkündete Evangelium gelangte wieder ans Ende der Welt. Es erreichte auch uns. Er hat unvergängliche Wahrheiten – auch für uns – verkündet, die nicht von ihm, sondern von Gott selbst kamen. Bleiben wir bei einigen seinen Worten stehen, die er an uns gerichtet hat.
Im Jahre 1993 sprach Johannes Paul II. zu Pueri Cantores: Ich möchte auch den Chordirektoren gegenüber, die sich mit Eifer und Liebe der Bildung von jungen Sänger widmen,  meine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Eure Arbeit benötigt langes Üben und sehr viel Geduld, wenn ihr natürliche Talente wecken wollt, mit denen Gott eure Schüler beschert hat, indem ihr sie ermutigt, diese Talente zur größeren Ehre Gottes und im Dienste für andere zu entfalten. Ihr führt eine wahre Erziehungsmission, welche die Kirche zu würdigen weiß! Berufen sich die Kirchenväter etwa nicht auf Chöre, wenn sie den Reichtum der Gaben beschreiben, die der Heilige Geist für den Bau des Leibes Christi in Einheit und Heiligkeit schenkt? Eure Chöre mögen immer die Schule des Evangeliums sein, wo junge Menschen mit einer Stimme und mit einem Herzen die Ehre Gottes singen und wo sie lernen können, wie man die Schönheit und Wahrheit der gesungenen Texte mit seinem Leben ausdrückt. Eine wichtige Botschaft, die er uns hinterlassen hat lautet also: Eure Chöre mögen immer die Schule des Evangeliums sein. Wenn wir für Gott singen und Gottes Evangelium singen, dann verkünden wir es nicht nur den anderen, sondern auch uns selbst. Das Evangelium durchdringe somit unser Leben!
 
Wir erinnern uns an unser Treffen am 31. Dezember 1999 im Jubiläumsjahr der Erlösung. Der selige Papst sprach zu uns in der Audienzaula von Paul VI.: Ihr habt eine wichtige Aufgabe im Leben der Kirche zu erfüllen. Ihr seid kleine Boten der Schönheit. Die Welt braucht euren Gesang, denn die Sprache der Schönheit vermag die Herzen zu berühren und bewegt dazu, Gott zu treffen. Die Freude, die ihr beim Singen verspürt, soll sich um euch herum entfalten und den Enthusiasmus in anderen entfachen. Ihr zeigt denselben Eifer zum Singen, den der junge Mozart beim Üben des Tonleiters bekundete. Eines Tages, als er noch Kind war, fragte man ihn: „Warum übst Du so viel?“ Er antwortete darauf: „Ich suche nach zwei Noten, die einander mögen!“. Ihr, die ihr Musik liebt, versucht immer besser zu singen! Das Evangelium wird eure Seelen und die Seelen derer, denen ihr beim Beten hilft, besser durchdringen. So werdet ihr zu Boten des Friedens und der Liebe Gottes.
Der Bote der Schönheit zu sein bedeutet, rings um sich und in sich die Atmosphäre der geistigen Schönheit zu bauen. Die Schönheit wird die Welt erlösen! Die Schönheit hilft dabei, Sachen zu sehen, die man mit dem äußeren Auge nicht sieht. Unsere Aufgabe heute ist es, die Welt von der Schönheit zu überzeugen. Das ist eine Aufgabe seit der Gründung unserer Föderation, als Ferdinand Maillet sagte: „Morgen werden alle Kinder der Welt den Frieden Gottes singen“. Indem wir die Schönheit bilden, stiften wir den Frieden in der Welt. Pueri Cantores sind eine Gemeinschaft, die auf eine besondere Art und Weise dazu berufen ist, durch die Atmosphäre der Schönheit den Frieden in der Welt zu stiften.
Am selben Tag sprach Johannes Paul II. zu uns weiter: Ihr seid auch die Boten des Glaubens. Es reicht nicht, wenn ihr durch die Qualität eures Gesanges die Zuhörer ins Gebet einführt... euer Gesang hilft den Gläubigen, sich Gott zuzuwenden in der Zeremonie der Eucharistie. Indem ihr zu Ehren Gottes singt, seid ihr Gehilfen der Eucharistie. Im Gesang erfährt sich der Glaube als überschwängliche Freude, Liebe und zuversichtliche Erwartung des rettenden Eingreifens Gottes. (An die Künstler 12). Eurer Gesang möge immer neu sein, denn indem ihr für den Herrn singt, singt ihr die Neuheit der Gnade, der unerschöpften Quelle von Freude und Frieden. Ja, singt dem Herrn ein neues Lied (Ps 95,1)! Liebe kleine Sänger, euer Gesang helfe euch aus eurem Leben den Lobgesang für Gott zu bilden. „Möge Gott singen, wer für Gott lebt“ (Hl. Augustin). Mit eurer Stimme, eurer Jugend und mit eurem Leben verkündet ihr Jesus, den Erlöser“. Die nächste Aufgabe, die der selige Papst uns stellte, verbindet noch mehr unsere Berufung eines kleinen Künstlers mir der Liturgie. Wir sollen den Glauben verkünden. Wir sind Boten des Glaubens an Jesus für die heutige Welt. Dort, wo wir gerade sind und wo wir leben. Unter unseren alltäglichen Umständen, den Leuten gegenüber, die uns täglich begegnen, aber auch während der Zelebrationen in unseren Kirchen – wir sollen den Menschen helfen, an die Botschaft Jesu zu glauben. Wir sind Boten des Erlösers durch unsere schöne Stimme und durch das Leben, die von Gott gestärkt wird. Er zählt auf uns!
Das letzte Treffen der Pueri Cantores mit dem Heiligen Vater fand am 4. September 2004 in Castel Gandolfo statt, wo Johannes Paul II. Präsidenten der Föderationen empfing. Er sagte damals:  Ich freue mich, dass dank eures Verbandes Tausende von Kindern und Jugendlichen hat an der Schönheit der Liturgie teil, wodurch zur Fähigkeit beitragen, das Mysterium adäquat zum Ausdruck zu bringen, und zwar so wie es in der Fülle des Glaubens der Kirche verstanden wird und gemäß den entsprechenden pastoralen Hinweisen, die von der zuständigen Autorität gegeben werden (Ecclesia de Eucharistia, Nr. 50). Ich ermutige euch sehnlichst, die Bemühungen um die Bildung der Jungen fortzusetzen, damit sie durch ihren Gesang zu aktiven Mitgliedern der Kirche und zu authentischen Zeugen des Evangeliums Christi werden.
Er hat uns bei dieser Gelegenheit auch daran erinnert, dass wir inmitten der Kirche sind, in der Familie, die von Jesus gegründet wurde. Die Generationen der Christen vergehen, die Gemeinschaft jedoch besteht. Manchmal ist sie womöglich schwach, denn aus Menschen zusammengesetzt, aber sie spendet Hoffnung und Kraft, weil sie ein göttliches Element enthält. Unsere Familie Pueri Cantores ist eine religiöse Bewegung, die das alltägliche Leben der Kirche belebt. Das ist unser Ort und unser Alltag. Wie schön ist es, Christ zu sein! Das ist unsere Berufung und unsere Aufgabe!
 
Meine Lieben,
Johannes Paul II. sprach also zu uns: eure Chöre mögen die Schule des Evangeliums sein, ihr habt durch die Atmosphäre der Schönheit den Frieden in der Welt zu stiften, ihr seid Boten des Glaubens an Jesus für die heutige Welt, ihr sollt aktive Mitglieder der Kirche und authentische Zeugen des Evangeliums Christi sein.
Das sind unsere Pflichten und Aufgaben. Unser Gesang überschreite die Grenzen, und die Worte des Evangeliums: „Geht hinaus in die Welt und verkündet das Evangelium“ mögen sich durch unser Handeln erfüllen.  
Wird sind sicher, dass der Heilige Vater – so wie er zeit seines Lebens unser Freund war – jetzt im Haus des Vaters unser Fürsprecher ist.
Seliger Johannes Paul II., bete für uns, für die ganze Familie Pueri Cantores in der Welt, damit wir unsere Berufung richtig erfüllen.
 
 
 
Mons. Robert Tyrała
Präsident der Internationalen Föderation Pueri Cantores

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