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Einleitende Worte zum Konzert "Betrachtung über den Rosenkranz", während des XXIIIE Internationalen Kongresses Pueri Cantores, in Rom, S. Maria Maggiore, am 30. Dezember 2005. Eminenzen, geschätzte Verantwortliche des Internationalen Vereins und der Nationalen Vereine der Pueri Cantores, liebe Knaben und Mädchen und alle Teilnehmer an dieser musikalischen Darbietung
Mit großer Freude nehmen wir in dieser eindrucksvollen römischen Basilika das Geschenk einer musikalischen Betrachtung über "die Geheimnisse des Rosenkranzes" entgegen, ein Geschenk das uns in diesen Weihnachtstagen die aus sechzehn Nationen stammenden Pueri Cantores darbieten. Ihre Förderung des kirchlichen Gesanges, ihre dienstbereite Teilnahme an der Liturgie und den Gottesdiensten überall in der Welt, um den Herrn mit Lobgesängen zu ehren, ist außergewöhnlich und in hohem Masse segensreich. Im Namen aller Anwesenden, drücke ich den Pueri Cantores unsere aufrichtige Wertschätzung und innige Dankbarkeit aus, mit dem Wunsch, dass sie ihr Gesang - der Glaube und Liebe zum Herrn ausdrückt und nährt - immer mehr zu Gott führt und darauf vorbereitet, im Haus des Vaters in unaufhörlichem Jubel zu singen. Der Rosenkranz, Gegenstand des heutigen Konzertes, ist das von so vielen Heiligen geliebte und vom Lehramt der Kirche stets angeregte Gebet. Auch im dritten Jahrtausend bewahrt er seine große Bedeutung und Bestimmung, Früchte der Heiligkeit zu erbringen. Johannes Paul II bekannte im Apostolischen Schreiben ROSARIUM VIRGINIS MARIAE vom 16. Oktober 2002: "Seit meinen Kinder- und Jugendjahren hat dieses Gebet einen wichtigen Platz in meinem geistlichen Leben eingenommen ? Das Rosenkranzgebet hat mich in Augenblicken der Freude und der Prüfung begleitet. Viele Sorgen habe ich in dieses Gebet hineingelegt und habe dadurch stets Stärkung und Trost erfahren" (Nr. 2b). Gerade zwei Wochen nach seiner Wahl auf den Stuhl Petri sagte er: "Der Rosenkranz ist mein Lieblingsgebet. Er ist ein wunderbares Gebet, wunderbar in seiner Schlichtheit und seiner Tiefe ...
In der Tat ziehen vor dem Hintergrund der Worte des Ave Maria vor den Augen der Seele die wichtigsten Ereignisse des Lebens Jesu vorbei die uns - so könnten wir sagen - durch das Herz seiner Mutter in lebendige Verbindung mit Jesus bringen. Gleichzeitig kann unser Herz in die Abfolge dieser Geheimnisse des Rosenkranzes alle Ereignisse einschließen, die das Leben des einzelnen, der Familie, der Nation, der Kirche und der Menschheit ausmachen; die persönlichen Erfahrungen und die des Nächsten, in besonderer Weise die jener Menschen, die uns am allernächsten stehen, die uns am Herzen liegen. So bekommt das schlichte Gebet des Rosenkranzes den Rhythmus des menschlichen Lebens" (ebd., vgl. auch Nr. 25). Nach 25 Jahren seines Dienstes als Nachfolger Petri, hat Johannes Paul II. an diese Worte in dem erwähnten Apostolischen Schreiben ROSARIUM VIRGINIS MARIAE erinnert und hinzugefügt: "Mit diesen Worten, meine lieben Brüder und Schwestern, stellte ich das erste Jahr meines Pontifikates in den täglichen Rhythmus des Rosenkranzgebetes hinein. Heute möchte ich dasselbe tun". Dann rief er aus: "Wie viele Gnaden habe ich in diesen Jahren von der Heiligen Jungfrau durch das Rosenkranzgebet empfangen: MAGNIFICAT ANIMA MEA DOMINUM!" (Nr. 2c). Papst Leo XIII. hat in der Enzyklika SUPREMI APOSTOLATUS OFFICIO im Jahr 1883 auf den Rosenkranz als wirksames geistiges Mittel angesichts der Ûbel der Gesellschaft hingewiesen (cfr. Rosarium Virginis Mariae, Nr. 2a). Schwester Lucia von Fatima sagte dass "der
Rosenkranz die stärkste Waffe ist, mit der wir uns im Schlachtfeld
mit dem Ûbel verteidigen können". Ähnliche Feststellungen
finden wir in den Schriften unzähliger Heiliger und vieler Römischer
Päpste.
Johannes Paul II. hat die Wichtigkeit des Rosenkranzgebetes, besonders für zwei sehr bedeutende und aktuelle Intentionen, unterstrichen, nämlich für den Frieden und die Familie (Rosarium Virginis Mariae, Nr. 6, 39-42). Die Stärke des Rosenkranzgebetes liegt - wie Papst Johannes Paul II. in Erinnerung gerufen hat - darin, dass es "wenn auch von seinem marianischen Erscheinungsbild her charakterisiert, ein zutiefst christologisches Gebet" ist (Rosarium Virginis Mariae, Nr. 1b, vgl. auch 2a, 8b). Tatsächlich, geht das christliche Volk mit ihm "in die Schule Mariens, um sich in die Betrachtung der Schönheit des Antlitzes Christi und in die Erfahrung der Tiefe seiner Liebe einführen zu lassen", um mit Maria gleichsam eine Kurzfassung der gesamten evangelischen Botschaft zu betrachten (vgl. Nr. 1b, sowie 3a, 5a, 9-12, 18). Besonders in der heutigen Zeit können wir von einer solchen Kurzfassung des Evangeliums sprechen, weil der christologische Gehalt des Rosenkranzes durch die Einbeziehung der Geheimnisse des Lichtes oder der "Geheimnisse des öffentlichen Lebens zwischen der Taufe und dem Leidensweg Christi", ergänzt worden ist (Nr. 19b).
Auf diese Weise - erklärt der verstorbene Papst - erinnern wir uns im Rosenkranzgebet mit Maria an Christus (Nr. 13), lernen wir Christus von Maria (Nr. 14), vollziehen wir eine immer vollständigere Gleichgestaltung in Christus mit Maria (Nr. 15), bitten wir Christus mit Maria (Nr. 16), verkünden wir Christus mit Maria (Nr. 17). Somit stimmt das Rosenkranzgebet mit der Liturgie überein, es "unterstützt sie", insofern es uns auf die Liturgie vorbereitet und ihr Widerhall ist (Nr. 4a, vgl. auch Nr. 13).
Im Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariae bezeichnet Johannes Paul II. den Rosenkranz als "einen neu zu entdeckenden Schatz" und ermutigt: "Liebe Brüder und Schwestern! Ein Gebet, das so einfach und gleichzeitig so reich ist, verdient es wirklich, von der christlichen Gemeinschaft neu entdeckt zu werden" (Nr. 43a). Ich bin zuversichtlich, dass uns dieses Konzert hilft die Stärke und Schönheit des Rosenkranzes gründlicher zu entdecken, den Rosenkranz zu lieben und ihn oft in die Hand zu nehmen, um mit Maria die Geheimnisse des Erlösers Christi zu betrachten. Ihnen allen wünsche ich, dass uns diese musikalische Darbietung, die zugleich Gebet ist, nicht nur einen künstlerischen Genuss bereite, sondern auch und vor allem, für jeden von uns eine wahre geistliche Bereicherung darstellen möge. |